Tätowierungen: Ursprung und Geschichte - Was Du wissen musst

Tätowierungen haben eine interessante und komplexe Geschichte. Körperkunst wird manchmal als ein "vorübergehender Trend" oder als etwas, das nur Teenager tun um ihre Eltern zu ärgern abgetan. Jedoch haben Tattoos tatsächlich einen unglaublich reichen Hintergrund, mit Wurzeln in vielen verschiedenen Kulturen. Ob Du nun ein Fan von Körpermodifikationen bist und in London, Tokio oder Phuket oder wo ganz anders lebst, es gibt einen Bereich der Tätowierungsgeschichte, der auf Deine lokale Kultur zutrifft.

Es gibt viele verschiedene Stile und Tätowiertechniken die wissenswert sind. Einige Stilarten sind mit Religion und Spiritualität verbunden, wie z. B. die Yantra-Tätowierungen in Thailand, welche traditionell von buddhistischen Mönchen in Tempeln ausgeführt werden. Andere Stile beziehen sich tief auf die Familie oder die persönliche Identität. Dazu gehören u. A. polynesische Stammestätowierungen.

In diesem Artikel gehen wir auf die wichtigsten Punkte der Tattoo Geschichte ein. Dabei ist dies keine umfassende Abhandlung, aber es ist eine Zusammenfassung einiger der faszinierendsten und schönsten Teile der Geschichte.

Ötzi der Eismann

Eines der wichtigsten Dinge, die man bei jedem historischen Thema wissen muss, ist, woher das ganze seinen Ursprung hat. Im Falle von Tätowierungen ist Ötzi, der Mann aus dem Eis, einer der wichtigsten Ursprungspunkte auf den Historiker zurückgreifen.

Ötzi ist der erste bekannte Fall in dem eine stark tätowierte Mumie gefunden wurde. Er wurde 1991 zwischen der österreichischen und italienischen Grenze gefunden und soll zwischen 3400 und 3100 v. Chr. gelebt haben. Es ist eine wichtige Person die man kennen muss, da er beweist, dass es Tätowierungen schon sehr lange gibt.

Ötzi wurde mit 61 individuellen Tätowierungen gefunden, was eine beachtliche Menge ist. Sie sind alle sehr minimalistisch, schwarz gefärbt (wie mit Ruß gemacht) und sind an verschiedenen Stellen seines Körpers angebracht. Die Entdeckung seiner Tätowierungen führte zu vielen Debatten unter Historikern, die sich über den Sinn und Zweck seiner Tätowierungen nicht einig waren. Der allgemeine Konsens ist, dass sie der Schmerzlinderung dienten, ähnlich wie die Akupunktur, da die stark tätowierten Bereiche seines Körpers alle eine Form von Knochendegeneration aufwiesen.

Altes Ägypten

Ein weiterer wichtiger Bereich der Tätowiergeschichte ist das alte Ägypten. Die Entdeckungen von Tätowierungen und Tätowierwerkzeugen hatten einen enormen Einfluss auf die moderne Tätowierungskultur. Sowohl was das populäre Design als auch das allgemeine Wissen betrifft.

Ein Schlüsselszenario im Zusammenhang mit altägyptischen Tätowierungen ist die Entdeckung der Mumie von Deir el-Medina. Diese Mumie war mit wunderschön verzierten Tätowierungen bedeckt, die von "Wadjet-Augen" und Lotusblumen bis hin zu religiösen Bildern wie Kühen mit heiligen Ornamenten reichten. Die Tätowierungen auf dieser Mumie waren ein Hinweis auf ihren Status. Man glaubt, dass sie aufgrund der verwendeten Bilder eine Hohepriesterin der Göttin Hathor war.

Es gab unzählige andere Szenarien in Bezug auf Tätowierungen in Ägypten. Interessant ist, dass die ägyptische Tätowierung eine fast ausschließlich weibliche Praxis zu sein schien, basierend auf den gefundenen Artefakten und Mumien. Eine beliebte Tätowierung für Frauen war ein Netz von Punkten, die auf dem Bauch angebracht wurden: Dieses Netz dehnte sich während der Schwangerschaft mit dem Körper der Frau aus und soll der Mutter und dem Kind schützende Energie gegeben haben. Im Allgemeinen waren geometrische und einfache Linien-Tätowierungen sehr verbreitet.

Weitere Beweise für Tätowierungen im alten Ägypten stammen von zahlreichen Artefakten, die aus Gräbern und Sarkophagen geborgen wurden. In Gräbern aus der Zeit von 4000 - 3500 v. Chr. wurden Figuren gefunden, welche Frauen mit Tätowierungen darstellen. Es gab auch weibliche Figuren in Grabmalereien welche Körperkunst zeigten. Auch in der Stadt Gurob wurden viele bronzene Werkzeuge entdeckt, die später als Tätowierungswerkzeuge bestimmt wurden.

Kelten

Ein weiterer wirklich wichtiger Bereich der Tätowiergeschichte den es zu beachten gilt, ist die keltische Tattoo-Kunst. Die Kelten waren eine faszinierende Gruppe von Menschen welche ihre Kultur durch Mundpropaganda verbreiteten, anstatt viel davon aufzuschreiben. Daher ist ein großer Teil ihrer Geschichte von ihrer Interaktion mit anderen Kulturen wie dem antiken Griechenland oder Rom unbekannt.

Die keltische Kunst ist sehr interessant. Sie arbeiteten mit einer Menge komplizierter Knoten- und Spiralmuster und verwenden zudem viele natürliche Symbole wie Tiere und Blumen. Die Knotenmuster sind ein sehr wichtiger Teil der keltischen Kunst. Die verflochtenen Knoten repräsentieren die ineinander verschlungenen Naturen der physischen und spirituellen Welt. Die endlosen Linien können die Darstellung von unsterblichkeit der Liebe und Glaube sein.

Diese Knoten in der Malerei und Tätowierungen haben ihren Ursprung in Großbritannien. Keltische Missionare sorgten dafür, dass der Stil auch in Europa verbreitet wurde. Später eigneten sich die Wikinger viele keltische Kunststile an und kombinierten diese mit ihrer eigenen Kunst, was zu hybriden Stilarten geführt hat die wir heute kennen. Als die Christen in die keltischen Gebiete des Vereinigten Königreichs kamen, gefiel den Mönchen ihre Kunst so gut, dass sie sich auch einige davon aneigneten. Davon stammen der berühmte Lebensbaum und die keltischen Kreuzsymbole.

China

Chinesische Tätowierungen sind ein weiterer sehr wichtiger Teil der Tätowierungsgeschichte. Wichtig ist, dass Tätowierungen in der chinesischen Kultur nicht immer so willkommen waren wie in anderen Kulturen, z.B. im alten Ägypten. Im Laufe der Geschichte haben viele Menschen in China Tätowierungen als Verleumdung des Körpers und als schädlich für den Charakter einer Person angesehen.

Viel Wissen über die chinesische Tätowierungskunst stammt ursprünglich aus der Populärliteratur. Ein großartiges Beispiel dafür ist “Die Räuber vom Liang-Schan-Moor (Water Margin)”, ein berühmter Roman über Banditen aus dem 12. Jahrhundert. In diesem Buch wird eine wichtigen Hinweis über die Tätowierung gegeben. Dort heißt es, dass der berüchtigte Bandit Song Jian und alle 108 seiner Gefährten von Kopf bis Fuß mit aufwendigen Tätowierungen bedeckt waren.

Die Einstellung gegenüber Tätowierungen ist heutzutage in China allgemein positiver und akzeptierend, aber es gibt immer noch ein Vorurteil gegenüber Tätowierten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Mao Zedong sie in der Kulturrevolution verboten hat und sie als "Manifestation von Unreinheit und Schurkerei" bezeichnete. Das chinesische Militär hat immer noch ein Verbot sich tätowieren zu lassen. Auch viele Unternehmen lehnen tätowierte Menschen ab.

Japan

Die japanische Tätowierung ist wohl einer der beliebtesten und lebendigsten Bereiche der Tätowierungsgeschichte welche bis heute sehr beliebt ist. Japanische Tätowierungen sind unglaublich schön. Sie sind entweder leuchtend bunt oder in weichen Schwarz- und Grautönen gezeichnet.

Vieles von der ursprünglichen Geschichte hinter der japanischen Tätowierung ähnelt der Geschichte der Tätowierungen des alten Ägyptens. Figuren, Ikonen und Masken mit verzierten Tätowierungsdesigns und Gemälden wurden alle aus Gräbern geborgen, die mindestens auf 5000 v. Chr. zurückgehen. Das erste Mal, dass diese in der Literatur erwähnt wurden, war in einer historischen Zusammenstellung der chinesischen Dynastie. Dies war eine häufige Erscheinung. Die Chinesen sprachen jedoch nicht sehr viel über diese Praxis, da sie das Tätowieren als barbarisch betrachteten.

Interessanterweise setzte sich dieses Vorurteil gegen Tätowierungen im Laufe der Zeit in der japanischen Kultur durch, da sie viele der chinesischen Traditionen übernahmen. Im 7. Jahrhundert wurden Tätowierungen als Strafe zur Kennzeichnung und Identifizierung von Kriminellen verwendet.

Glücklicherweise war diese Praxis gegen Ende des 17. Jahrhunderts fast vollständig verschwunden. Im 18. Jahrhundert blühte der schöne, malerische Stil der japanischen Tätowierungen wirklich auf. Dieses neue Interesse an Tätowierungen kam mit den Entwicklungen in der Popkultur. Ein wichtiger Fortschritt war hier die Erfindung des Holzschnitts. Außerdem erregte ein chinesischer Roman namens Suikoden noch mehr Aufmerksamkeit für die Tätowierung. Darin wurden viele tätowierte Helden vorgestellt und japanische Illustratoren erstellten ihre eigene Version der Geschichte.

England

Ein besonders wichtiger Teil der Tätowiergeschichte ist das England des 18. und 19. Jahrhunderts. Die englischen Tätowierungen des 18. Jahrhunderts drehten sich stark darum, dass sich Seeleute zur Erinnerung an ihre Reisen und Errungenschaften tätowieren ließen. Mitte des 18. Jahrhunderts konnte man in so ziemlich jedem englischen Hafen einen geschäftigen Tätowierladen finden.

Interessanterweise war es die Oberschicht/Königsherrschaft welche das Tätowieren populär machte. Im Jahr 1862 reiste der Prinz von Wales nach Jerusalem und ließ sich ein heiliges Kreuz tätowieren. Viele Bürger der Oberschicht folgten diesem Beispiel und es wurde bald ein Trend dem man als reiche Person folgte.

Im 19. Jahrhundert kehrte sich die Mode der Tätowierungen völlig um und es wurde viel mehr mit Freakshows und Nebenattraktionen in Verbindung gebracht. Stark tätowierte Männer und Frauen waren sehr populäre Attraktionen, da sie oft sehr seltsame Geschichten über ihre Entführung durch so genannte Wilde und ihre gewaltsame Tätowierung hatten. Für Tätowierkünstler waren Freakshows und Zirkusse eine gute Geschäftsmöglichkeit, da diese eine große Quelle von Kunden und für Ausstellungen waren.

Wichtige Persönlichkeiten

Wie in jedem Bereich der Geschichte gibt es auch hier eine Reihe von wichtigen Personen, denen wir unsere Ehrerbietung erweisen sollten. Sir Martin Frobisher ist jemand, der in der Geschichte der Tätowierung bemerkenswert ist. Er war ein englischer Seefahrer/Privatmann, der auf einer Reise im Jahr 1576 zum ersten Mal tätowierten Menschen begegnete. Leider entschied er, dass es akzeptabel sei, Menschen einfach aus ihren Häusern zu entfernen und sie nach England zurückzubringen um sie vorzuführen. Ein wichtiges Beispiel dafür war eine tätowierte Inuit-Dame namens Arnaq. Tragischerweise starb sie sehr bald nach ihrer Rückkehr nach England. Ihr Porträt ist im British Museum in London zu sehen.

Eine weitere nennenswerte Persönlichkeit ist James Cook, da er einer der ersten war, der die Aufmerksamkeit des Mainstreams auf das Tätowieren lenkte. Er war ein Entdecker und seine erste Reise (auf der HMS Endeavour im Jahr 1768) führte zu der ersten schriftlichen Darstellung des Tätowierens. Dies ist den Künstlern und Naturforschern an Bord zu verdanken, welche Bilder davon zeichneten und über die Tätowierkunst in Tahiti schrieben welche sie sahen.

Eine der Schlüsselfiguren in der Geschichte der Tätowierung ist Samuel O'Reilly, der 1891 die elektrische Tätowiermaschine patentierte. Er war ein berühmter Tätowierer und tätowierte schließlich einige der berühmtesten Nebenshow-Arbeiter wie Annie Howard und George Mellivan. Seine Maschine basierte auf der Technologie von Thomas Edison. Auch andere Tätowierer hatten vor O'Reillys Patent mit der Technologie experimentiert.

Zusammenfassend

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tätowierungen und Körpermodifikationen einen unglaublich reichen und vielfältigen Hintergrund haben. Sie erstrecken sich über fast alle Kulturen, von London bis Phuket, und sind mit vielen Themen verbunden. Von Religion und Krieg bis hin zu Familie und Liebe. Es wird interessant sein zu sehen, wohin Tätowierungen in Zukunft gehen werden und wie die Menschen diese faszinierende Kunstform entwickeln. Werden wir in Zukunft farbverändernde Tätowierungen haben, welche zu unseren Stimmungen passen? Wie wäre es mit digitalen Tätowierungen, mit denen wir unsere Gesundheit oder unser Glück überwachen können? Nur die Zeit wird es zeigen.

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